BLH
Wohnbebauung Borg . Lüdinghausen
Studie 2025
Die Studie untersucht die Bebauung eines bislang als innerstädtischer Gartenraum genutzten Bereichs entlang der Borg in Lüdinghausen. Die heute durch private Gärten geprägte, grüne Fläche soll behutsam zu Wohnzwecken entwickelt werden, ohne ihren besonderen Charakter als innerstädtischer Freiraum zu verlieren.
Ein zentraler Gedanke der städtebaulichen Konzeption ist ausdrücklich nicht die Ausbildung eines geschlossenen Blockrandes entlang der Borg. Stattdessen basiert der Entwurf auf einer aufgelockerten Bebauung und einer baurechtlichen Taktung, die sich an der Körnung und Maßstäblichkeit der gewachsenen Innenstadt orientiert. Die Gliederung in einzelne Baukörper und Freiräume löst die Geschlossenheit der Straßenkante auf und reduziert zugleich den Anteil an bebauter und versiegelter Fläche. So bleibt ein großzügiger, durchgrünter Freiraum als wesentliche Qualität des Ortes erhalten.
Die differenzierte Setzung der Baukörper schafft darüber hinaus eigenständige Wohnsituationen mit hoher räumlicher Qualität. Gute Belichtungs- und Belüftungsverhältnisse, vielfältige Ausblicke sowie private und gemeinschaftliche Freiräume prägen das zukünftige Wohnumfeld. Die gewünschte innerstädtische Dichte entsteht dabei nicht durch eine möglichst geschlossene Bebauung, sondern durch die präzise Setzung und Proportionierung der einzelnen Baukörper.
Die besondere Geometrie des Grundstücks wird zum Ausgangspunkt der architektonischen Form. Aus dem Zuschnitt entwickelt sich ein geknickter Baukörper, der auf die räumlichen Bedingungen des Ortes reagiert und unterschiedliche Außenräume und Blickbeziehungen ausbildet.
Zwei klar ablesbare Giebel gliedern das Volumen und verleihen dem Gebäude eine kleinteiligere, dem Ort angemessene Erscheinung. Die architektonische Figur vermittelt so zwischen der innerstädtischen Präsenz des Gebäudes und der kleinteiligen Struktur seiner Umgebung. Das ortsprägende Satteldach greift die charakteristische Dachlandschaft der Lüdinghauser Innenstadt auf.
Die neue Bebauung versteht sich als behutsame Weiterentwicklung des bestehenden Gartenraums. Gebäude und Freiflächen werden als zusammenhängendes Gefüge gedacht. Die kompakte bauliche Setzung ermöglicht es, möglichst viel Grünraum und vorhandenen Baumbestand zu erhalten und als prägende Qualität des zukünftigen Wohnumfeldes weiterzuführen.
Die baurechtliche Taktung wird damit zum städtebaulichen Instrument, um entlang der Borg keine durchgehende Kante, sondern eine maßstäbliche Abfolge von Gebäude und Freiraum zu entwickeln. So entsteht eine Wohnbebauung, die die innerstädtische Lage stärkt, sich selbstverständlich in die gewachsene Struktur einfügt und zugleich den grünen Charakter des Ortes bewahrt.
Bildnachweis . Röing genannt Nölke Architekten

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